Am Tag vor Geburt bin ich vom Mittagschlaf durch ein Ziehen im unteren Rückenbereich aufgewacht. Das Ziehen hat mich nicht schlafen lassen. Am gleichen Nachmittag hatte ich einen Termin bei meinem Frauenarzt. Er meinte, es sei alles noch zu. Abends habe ich wieder versucht zu schlafen, konnte aber nicht liegen, weil im Liegen das Ziehen sich verstärkt hat. Beim Bewegen habe ich so gut wie gar nichts gespürt.

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Für mich stand eigentlich von Anfang an fest: Wenn die Schwangerschaft gut verläuft, kommt mein drittes Kind auf jeden Fall im Geburtshaus zur Welt. Schon bei den großen Geschwistern hätte ich gern hier entbunden, doch der Papa war sich unsicher und mein Frauenarzt war rigoros dagegen. Aber jetzt. Im dritten und definitiv letzten Anlauf, denn unser Schätzchen war eigentlich gar nicht mehr geplant, sollte es so sein.

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Ich bin Mutter von drei Kindern und habe meine ersten beiden Söhne im Krankenhaus geboren. Mein drittes Kind habe ich im Geburtshaus bekommen. Nach den beiden ersten Geburten im Krankenhaus, dachte ich immer: Naja, die Geburt ist zwar der reinste Horror, aber immerhin bekommt man dafür das allerschönste Wunder: ein Kind. Harter Weg, schönes Ergebnis. Und jeder der behauptet, die Geburt ist doch was tolles, der spinnt.

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Nachdem das Baby nun schon fünf Tage überfällig ist und draußen die Herbstsonne scheint, beschließen wir am Morgen, noch eine kleine Wanderung zu wagen. Unsere Tochter erfreut sich an den im Sonnenschein fliegenden Blättern und sagt das erste Mal „Baum“. Meine Frau spricht noch einmal ein „ernstes“ Wort mit ihrem Bauch und ich habe das Gefühl, dass heute ein guter Tag für eine schöne Geburt ist.

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Kinder zur Welt bringen – das macht die Menschheit jetzt schon sooooo lange, dachte ich immer wieder während meiner absolut unkomplizierten Schwangerschaft, und es ging und geht doch meistens sehr gut ohne Schmerzmittel und medizinischen High-Tech-Kram... Dann muss die Geburt doch eigentlich echt nicht so eine Riesensache mit Klinikaufenthalt und dem ganzen Schnickschnack sein.

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Obwohl ich am Ende es leider nicht schaffte im Geburtshaus tatsächlich zu entbinden, würde ich es immer wieder so wählen.Als meine Wehen begannen fuhren wir nachts ins Geburtshaus, wo Katja schon wartete. Sie sorgte für eine harmonische Atmosphäre und gab mir trotz meiner Schmerzen, Angst und irgendwann auch Verzweiflung, immer wieder den Mut, den Ansporn und die Motivation wie Stärke, Wehe für Wehe durchzustehen.

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Eigentlich würde ich meinen Sohn am liebsten im Geburtshaus auf die Welt bringen... Aber beim ersten Kind? Das traue ich mich nicht!“ – Das dachte ich bis zur 36. SSW. Doch dann sprach mich meine Hebamme nochmal auf die Wahl des Geburtsortes an, da ihr nicht entgangen war, dass mich die Aussicht auf eine Geburt im Krankenhaus nicht glücklich machte: Der pathologische Blick auf dieses besondere Ereignis stand dort meinem Wunsch nach einer natürlichen, selbstbestimmten Geburt entgegen.

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Nachdem bereits unser erster Sohn 2013 im Geburtshaus Düsseldorf auf die Welt gekommen ist und wir dort eine natürliche und selbstbestimmte Geburt erleben durften, stand für meinen Mann und mich bei der zweiten Schwangerschaft von Anfang an fest, dass auch unser zweites Kind in einem Geburtshaus geboren werden sollte.Aufgrund unseres Umzugs von Düsseldorf nach Taunusstein haben wir dann im vierten Schwangerschaftsmonat mit dem Geburtshaus Idstein Kontakt aufgenommen.

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Als ich schwanger wurde, war ich mir sicher, dass ich die Schwangerschaft und auch das Mutter-Sein gut meistern würde, doch die Geburt - davor graute es mir. Ich kannte nur die Bilder aus dem Fernse-hen von Frauen, die liegend in einem Krankenhauszimmer schreiten und schwitzten, und die Erfahrung meiner eigenen Mutter, die zwei Kaiserschnitte hatte. Also begann ich, mithilfe von Büchern über selbstbestimmte Geburt und positiven Erfahrungsberichten die negative Programmierung in Bezug auf Geburt zu überschreiben.

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