Geburtsbericht - Familie Horne

 

Da wir aus der Idsteiner Umgebung kommen, war uns das Geburtshaus zumindest durch die Verkehrsschilder schon bekannt. Trotzdem besuchten wir während der Schwangerschaft standardmäßig erst diverse Infoabende in allen umliegenden Kliniken.

Viele Kliniken bemühen sich zwar stark, eine angenehme Atmosphäre in den Kreißsälen zu schaffen, es "riecht" aber letztendlich doch alles nach Krankenhaus. "Eine Schwangerschaft ist doch keine Krankheit", sagten wir uns immer wieder und fragten uns, ob wir unser Baby wirklich in einem Krankenhaus zur Welt bringen wollten. Schließlich besuchten wir einen Infoabend im Geburtshaus. Alles wurde auf einmal ganz klar. Hier wollten wir hin! Hier fanden wir die Gemütlichkeit, Geborgenheit und Sicherheit, die wir brauchten. Wir lernten alle Hebammen durch die Vorgespräche, Vorsorgeuntersuchungen und diverse Kurse sehr gut kennen, so dass sich schon im Vorfeld alle super aufeinander einstellen konnten.

Am Tag der Geburt wachte ich auf und hatte starke, diffuse Schmerzen. Ich konnte nicht mehr sitzen, nicht mehr stehen, nicht mehr liegen. Dass ich bereits Wehen hatte, realisierte ich gar nicht. Als die Schmerzen jedoch nicht mehr vergingen, entschloss ich mich, die in der Bereitschaft diensthabende Hebamme Silvia anzurufen - schaden würde es ja nicht. Wir verabredeten uns im Geburtshaus, um zu schauen, ob es sich evtl. um den Geburtsbeginn handelt. Kurz nach dem Telefonat platzte dann die Fruchtblase, so dass ich mir dann sicher war, dass das Baby wohl doch schon kommen wollte. Gegen 13:00 Uhr sind wir dann im Geburtshaus eingetroffen. Ich wurde sofort liebevoll in Empfang genommen und erst einmal untersucht. Der Muttermund war nur 1 Zentimeter offen., was für mich sehr ernüchternd war - ich hoffte auf mehr. Silvia schickte mich dann in die Wanne, da Wasser bekanntermaßen die Schmerzen etwas lindert. Nach ca. 3 Stunden in der Geburtswanne wurde ich wieder untersucht und war leider erneut etwas deprimiert; der Muttermund hatte sich nicht weiter geöffnet, so dass die Wannenzeit fürs Erste vorbei war. "An Land" hatte ich dann weiterhin alle 3 Minuten Wehen, die jedoch auch nicht wirklich effektiv waren, so dass Silvia bereits überlegte, ob ich evtl. doch in die Klinik müsste, um ein Mittel zu bekommen, was den Muttermund schneller öffnet. Sie gab uns jedoch noch 1 Stunde Zeit und sagte, dass es mir und dem Baby momentan ja noch so prächtig geht, dass wir jetzt einfach hoffen, dass sich der Muttermund schleunigst weiter öffnet. So war es dann auch. Innerhalb von 1 weiteren Stunde 2 ganze Zentimeter. Super. Das war ein tolles Gefühl. Die ganze Motivation und das Engagement von Silvia und der Hebammenschülerin Janina haben geholfen. Von da an ging es super weiter. Gegen 21:30 Uhr war der Muttermund schließlich ganze 10 Zentimeter offen und das Baby konnte kommen. Janina rief die zweite Hebamme Cora an, da zur eigentlichen Geburt immer zwei Hebammen anwesend sind. Cora kam jedoch sogar zu spät - um 21:45 Uhr war unser Sohn geboren - nach nur wenigen Presswehen. Nachdem der Anfang so mühsam war, war das Ende so toll! Ich bekam unseren Sohn sofort auf den Bauch gelegt, und wir konnten uns erst einmal ausruhen und kennenlernen. 4 Stunden später lagen wir als neue, kleine Familie um 02:00 Uhr in unserem Bett zu Hause. Für meinen Mann war es das größte Geburtstagsgeschenk, da wir an dem Tag eigentlich seinen eigenen Geburtstag feiern wollten! In Zukunft werden wir am 16. September doppelt feiern!

Wir können nur jedem Paar raten, den Mut aufzubringen, sich einen Ruck zu geben und ihr Baby im Geburtshaus zur Welt zu bringen. Die Hebammen sind alle mehr als kompetent. Jede bringt ihren eigenen Schwung in die verschiedenen Phasen der Vorbereitung und der eigentlichen Geburt mit ein, und wir haben uns in jeder Sekunde sehr wohl, behütet und kompetent betreut gefühlt. Wir wurden sowohl vor der Geburt, als auch bei der Geburt und natürlich auch nach der Geburt sehr individuell und liebevoll begleitet. Alles in allem war es ein einmaliges, wunderschönes Erlebnis. Wir sind sehr froh, dass unser Baby in der heimeligen Atmosphäre des Geburtshauses und nicht in einem Krankenhaus das Licht der Welt erblickt hat. Falls es noch ein weiteres Kind geben sollte und diese Schwangerschaft genauso gut verläuft wie die erste, werden wir auf alle Fälle wieder ins Geburtshaus gehen! Etwas anderes können wir uns nun nicht mehr vorstellen. Auf diesem Wege möchten wir uns auch bei allen Hebammen noch einmal ganz herzlich bedanken. Ihr seid ein absolut tolles Team! Danke für alles! Wir hoffen, dass sich im Laufe der Jahre immer mehr werdende Mütter und Väter dazu entschließen, ihren Kindern solch eine tolle Ankunft auf dieser Welt zu ermöglichen. Wir sind einfach nur glücklich und dankbar, dass es solche Geburtshäuser gibt!

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok