Geburtsbericht - Familie Efrem

 

Am Abend des fünften Januar um etwa 21 Uhr bekam ich erste leichte Wehen. In unregelmäßigen Zeitabständen verspürte ich einen leichten, ziehenden Schmerz im Unterleib.

Da der errechnete Geburtstermin schon sieben Tage zurück lag, fragte ich mich, ob Akupunktur und Spezialwehentee wirken, und es nun endlich losgeht. Um einen freien Kopf zu bewahren und nicht durch das Warten auf eine Veränderung in Aufregung zu geraten, setzen mein Freund und ich den Abend wie geplant fort. Wir aßen gemeinsam zu Abend. Da die Wehen bis zu diesem Zeitpunkt nicht nachließen, sondern eher stärker wurden, verstärkte sich auch der Gedanke, dass es Geburtswehen sein könnten. Wir entschieden uns, die Zeit zu nutzen, um noch mal Ordnung in unserer Wohnung zu schaffen. Hierbei, um etwa 22.30 Uhr begann ich, die ersten Wehen zu veratmen. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Wehen zunehmend stärker und länger und kamen in kürzer werdenden Zeitabständen. Gegen 0.00 Uhr entschied ich mich dazu, die diensthabende Hebamme zu kontaktieren. Ca. eine halbe Stunde später machten wir uns auf den Weg nach Idstein. Nach einstündiger Fahrt durch das wildeste Schneetreiben in diesem Winter wurden wir sehr freundlich von der Hebamme im Geburtshaus empfangen und in einen, schon gemütlich vorbereiteten Geburtsraum begleitet. Zu unserem Erstaunen waren wir nicht die einzigen Gäste, ein anderes Paar war kurz zuvor im Geburtshaus angekommen. Katja, die Hebamme, versorgte uns mit Getränken und erkundigte sich nach meinem Befinden. Währenddessen lief ich auf und ab und veratmete Wehe um Wehe. Katja untersuchte mich und stellte fest, dass der Muttermund um 2 cm geöffnet war. Wir entschieden, uns noch mal hin zu legen um Kräfte zu sammeln. Katja zündete Kerzen an, schaltete das Licht aus und ließ uns in dieser warmen Atmosphäre etwas Zeit zum entspannen. Die Wehen wurden immer stärker, und ich versuchte mich auf drei Dinge zu konzentrieren: locker lassen – öffnen - atmen. Ab und zu kam sie und später auch Vivian, die zweite Hebamme, dazu um nach mir zu sehen. Nach einiger Zeit im Bett spürte ich, wie während einer Wehe die Fruchtblase platzte. Vivian untersuchte mich und es stellte sich heraus, dass der Geburtsvorgang schon weit fortgeschritten war, der Muttermund hatte sich bis dahin fast vollständig geöffnet. Ich hatte mir eine Wannengeburt gewünscht und so ließ Vivian Wasser in die Gebärwanne ein. Die Wehen wurden immer intensiver, ich stieg in die Wanne. Hier versuchte ich eine, für mich angenehme Position ein zu nehmen. Ich legte mich auf den Rücken, ich begab mich in den Vierfüßlerstand und ich stellte mich hin und stützte mich an einem, an der Decke befestigten Tuch. Vivian kontrollierte immer wieder die Herztöne des Babys und den Muttermund, der sich nicht vollständig öffnen wollte. Akupunktur und homöopathische Medizin trugen schließlich dazu bei, dass der Muttermund sich ganz öffnete und es weiter gehen konnte. Nach einiger Zeit, hatte ich das Bedürfnis, die Wanne zu verlassen. Beide Hebammen standen mir konstant zur Seite und motivierten mich immer wieder, die richtige Haltung ein zu nehmen. Sie gaben mir hilfreiche Anweisungen über richtiges Pressen und Atmen. Nachdem ich einige Positionen ausprobiert hatte, schlugen sie mir vor, mich auf den Geburtshocker zu setzen, von hinten durch die Arme meines Partners gehalten. Ungefähr vier anstrengende Presswehen später kam unsere Tochter zur Welt. Ich bekam unser Baby auf den Bauch gelegt. Ich verspürte ein überwältigendes Gefühl der Erleichterung und der Freude. Mit unserem neugeborenen Kind, dass so entspannt und ruhig dalag kuschelte ich mich aufs Bett und wir genossen die ersten Augenblicke zu dritt. Als die Nabelschnur auspulsiert hatte, durchtrennte der stolze Papa sie. Die Hebammen ließen uns ausgiebig Zeit, um unsere Tochter zu begrüßen.
Für uns war es toll, dieses besondere Ereignis in so stimmungsvoller, ruhiger Atmosphäre und mit so fürsorglicher, professioneller Begleitung, vor und nach der Geburt zu erleben. Hier konnte unsere Tochter wirklich sanft auf unserer Erde landen.
Vielen Dank!

 

 

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