Geburtsbericht - anonym 6

 

Nach der Geburt unseres ersten Sohnes - zwar mit einer Beleghebamme aber trotzdem in einem normalen Krankenhaus - konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine Geburt schön sein kann.

Unser zweiter Sohn kam im Geburtshaus zur Welt, eine schöne Geburt mit traurigem Beigeschmack, da wir nach ca. 2 Stunden mit ihm in die Kinderklinik fahren mussten. Mein Mann und Vivian fuhren ihn ins Krankenhaus, ich blieb zunächst noch eine Weile im Geburtshaus. In dieser ganzen Zeit wurden wir super liebevoll von Vivian und Christiane betreut, Vivian hat auch dafür gesorgt, dass ich dann zusammen mit meinem Kind in der Klinik aufgenommen wurde und somit trotzdem recht nah bei ihm sein konnte. Die Mütter der meisten anderen Neugeborenen in der Kinderklinik lagen getrennt von ihren Kindern in den jeweiligen Geburtskliniken. Mit einer Woche Verspätung konnten wir uns dann zu viert zu Hause erholen und einleben. Mit dieser Erfahrung habe ich mir bei der dritten Schwangerschaft schon Gedanken gemacht, ob ich im Falle einer ähnlichen Situation nicht lieber doch gleich in einer Klinik mit Kinderklinik entbinden wöllte. Aber ernsthaft waren diese Gedankenspiele nie und die Hebammen haben mir zu viel Mut und Gelassenheit verholfen, da jedes Kind anders ist und diese Startschwierigkeiten unseres zweiten Sohnes keineswegs auf Ähnliches bei einem weiteren Kind hindeuteten. Unser drittes Kind hatte es nicht besonders eilig. Es gab viele Vorwehen, sodass ich häufig angefangen habe auf die Uhr und Regelmäßigkeit der Wehen zu achten, um mich dann meistens doch wieder hinzulegen und weiterzuschlafen. Schließlich hatten wir einen Weg von 30 Minuten vor uns, und nachdem das zweite Kind sehr schnell war dachten wir, wir müßten eilig aufbrechen... Nein, alle Aufregung umsonst, das dritte kam gemütlich. Nach einem Blasensprung um 23 Uhr haben wir gegen Mitternacht den Babysitter gerufen und sind mit noch relativ schwachen aber regelmäßigen Wehen losgefahren. Im Geburtshaus angekommen, konnte Katja die Wehen mit Akupunktur und ätherischem Öl etwas anschieben und es ging langsam und noch erträglich weiter. Dass ich für die fiesen Wehen und die Austreibungsphase dann in die Wanne wollte, war von vorne herein klar, da in der Wanne zumindest das eigene Körpergewicht leichter wird. Und das Wasser war dann auch bereit. Bis dahin, hatten wir eine ruhige Nacht im Kerzenlicht mit sanfter Musik. Der letzte Teil ging dann super schnell. Und je mehr und schneller und heftiger mich die Wehen mitrissen, desto ruhiger wurde Katja. Sie hat jederzeit den Eindruck vermittelt, die Situation im Griff zu haben, was ich von mir natürlich absolut nicht behaupten konnte - sollte ja auch nicht meine Aufgabe sein. Der letzte Teil der Geburt ging so schnell, dass Cora, die als zweite Hebamme dazu kam, sich schon gleich in die ruhige Willkommensatmosphäre hereinschleichen konnte. So glücklich und erschöpft wie ich dann mit Baby auf der Brust noch in der Wanne lag, haben wir die ersten Minuten glatt vergessen, die wichtige Frage zu klären, ob es nun ein Mädchen oder ein Junge ist. Zusammen haben mein Mann und ich dann nachgeschaut und uns nocheinmal mehr gefreut, dass es nach zwei Jungs nun ein Mädchen ist. Wie hilfreich unterstützend das Wasser wirkt, merkt man spätestens, wenn das Wasser wieder abgelassen wird und man aus der Wanne aussteigt... Die Nachgeburt hat sich dann mal wieder Zeit gelassen, aber mit Geduld und Hebammentricks haben wir auch das gemeistert. Nachdem die Kleine um 5.30 Uhr geboren wurde, sind wir um 8 Uhr morgens nach Hause gefahren, haben zu Hause gemütlich gefrühstückt und sind dann ins Bett, bis die Großen aus dem Kindergarten kamen. Am Nachmittag kam dann gleich Vivian vorbei und hat uns im Wochenbett, das ich nach dem Minimalwochenbett in der Kinderklinik diesmal umso mehr genossen habe, wundervoll betreut. Diesmal eine schöne Geburt mit Happy-End. Vielen Dank nochmal an alle für diese professionelle und einfühlsame Unterstützung.

 

 

 

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