Geburtsbericht - Familie Joly

 

Wir haben uns eine persönliche Atmosphäre mit individueller Betreuung und ohne klinischen Beigeschmack gewünscht. Welche Schwangere hat noch nicht gesagt: "Ich bin nur schwanger...nicht krank!!!"

Wir wollten in unseren Wünschen ernst genommen werden. Es sollte nicht etwas geschehen was wir nicht wollen und was im Vorfeld anders abgesprochen war. Diese Erfahrung mussten wir leider bei unserer ersten Entbindung im Krankenhaus machen. Ich frage mich bis heute, ob die damalige Geburt nicht auch ohne mechanische Eingriffe möglich gewesen wäre. Bzw. nach dem Erlebnis der zweiten Geburt bin ich mir inzwischen sehr sicher. In den richtigen Händen ist vieles möglich, wenn die Natur eine faire Chance bekommt...

 

Die Schwangerschaftsbegleitung im Geburtshaus ist individueller und persönlicher, sowie (meines Empfindens nach) von fundierterem und ganzheitlicherem Wissen begleitet, als ich es beim Arzt erlebt habe. Ich habe mich zu jeder Zeit sicher und bestens aufgehoben gefühlt. Nach dem zweiten Termin im Geburtshaus habe ich auf die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt verzichtet. D.h. ab der 21. Woche habe ich mich ganz in die Hebammenhände begeben. Im Wechsel meine Hebamme zu Hause vor Ort, dann wieder im Geburtshaus. Ich kann die Begleitung durch Hebammen in der Schwangerschaft nur empfehlen. Das Wissen, das persönliche Engagement und das Einfühlungsvermögen von Hebammen ist in vielen Fällen einfach ein anderes. Oder einfach gesagt: Was Hebammen können, können nur Hebammen.

Wie haben wir die Geburt erlebt? Dieses Geburtserlebnis hat mich ein Wenig mit dem Erlebnis der ersten Geburt im Krankenhaus versöhnt. Es hat mir gezeigt wovon ich schon vorher überzeugt war: es ist möglich ohne mechanische und medizinische Eingriffe eine Geburt zu erleben. Erst das macht dieses Wunder dann auch wirklich vollkommen. Wir sind mit dem Krankenwagen ins Geburtshaus gefahren, denn wir wohnen ca. 50 Fahrminuten (bei viel Verkehr auch durchaus 90 Minuten oder mehr) entfernt. Die Wehen hatten eingesetzt (alle 15 Minuten) und ich hatte einen Blasensprung. Das Köpfchen des Kindes war noch nicht ganz gesenkt. Trotz ihrer Sorge über eine Spontangeburt im Krankenwagen haben uns die Sanitäter mit viel Ruhe aber ausreichender Geschwindigkeit sicher nach Idstein gebracht. Nachdem wir dort ankamen wurde ich untersucht und bekam das Okay wieder aufzustehen. Nach einigen Akupunkturnadeln und Globuli gingen wir in die Altstadt um uns eine Pizza zu besorgen. Während des Gehens musste ich mich immer mal festhalten wegen der Wehen. Danach sind wir wieder ins Geburtshaus um unsere Pizza in der Küche zu essen. Dann sind wir wieder in den Wassergeburtsraum, mittlerweile habe ich die Wehen recht heftig empfunden. Vom Gefühl her wäre ich auch gerne in die Badewanne, ich dachte aber es würde wahrscheinlich noch zu lange dauern, sonst hätte mir die Hebamme das sicher auch schon vorgeschlagen. Ich habe mich während der Wehen etwas haltlos gefühlt und bis zum Schluss eine geeignete Position gesucht. Mein Partner kam mir mehr wie ein Zuschauer und sehr weit weg vor. Er saß am Rand auf einem Stuhl, denn am Bett war nicht genügend Platz, da ich ständig meine Position verändert habe. Mir ist aber keine Lösung eingefallen, bzw. konnte ich so schlecht sprechen, weil ich mich auf die Wehen konzentriert habe. Dann ging auch plötzlich alles ganz schnell. Ins Wasser haben mein Mann und die Hebamme mich noch gerade geschafft. Das Wasser lief noch ein, ich musste recht tief auf die Knie gehen, dann kam auch schon der Kopf unseres Kindes. Im Nachhinein hätte ich meinen Wunsch in die Badewanne zu wollen, früher äußern sollen, dann wären die letzten 30 Minuten sicher noch etwas angenehmer gewesen. Die zweite Hebamme traf dann zur Plazentageburt ein, was mir aber trotzdem auch noch eine große Hilfe war. Ich fühlte mich dazu nicht mehr in der Lage, alle zusammen haben wir es aber geschafft. Dann haben wir die ersten Stunden mit unserem Kind im Geburtshaus verbracht und es genossen noch ein paar wertvolle Tipps und Ratschläge mitzubekommen. Um dann überglücklich in unser eigenes Bett zu fallen und uns zu erholen. Von unserem Eintreffen im Geburtshaus bis zur Entbindung waren es nicht ganz vier Stunden. Nach der Geburt waren wir noch gute drei Stunden in entspannter Atmosphäre im Geburtshaus.

Ich habe mich zu Hause unter der liebevollen Pflege meines Mannes viel schneller erholt als damals im Krankenhaus. Und ich konnte mein Wochenbett richtig genießen. Trotz meiner Schmerzen an der Dammnaht noch von meiner ersten Geburt. Bei der zweiten Geburt hatte ich ein paar Risse, die völlig problemlos verheilt sind und mir wenig Schmerzen bereitet haben. Hingegen mir der Dammschnitt, das Zunähen und die Folgeschwierigkeiten der ersten Geburt bis heute, vier Jahre später, Probleme bereiten. Die Narbe hat sich unter der zweiten Geburt nochmal verzogen und spannt dadurch wieder mehr.

War die Geburt so wie wir sie uns gewünscht und vorgestellt haben? Im Großen und Ganzen schon, ich hätte mich nur früher mit meinem Wunsch bemerkbar machen sollen in die Badewanne zu wollen, und meinen Partner mehr mit einbeziehen sollen. Was war gut? Was nicht so gut? Gut war: Die entspannte persönliche Atmosphäre. Das man in seinen Wünschen und Bedürfnissen wirklich ernst genommen wird. Tolle Tipps und Ratschläge bekommt (auch schon während der Schwangerschaft) und dann nach Hause fährt um sich dort zu erholen (unter anfangs täglicher, fachkundiger Betreuung einer tollen Hebamme, die mir mit ihrem ganzen Wissen ebenfalls eine enorme Stütze war und so zu einem schönen Wochenbett beigetragen hat. Und uns auch in unserer Entscheidung bestärkt hat das Geburtshaus zu wählen).

Wir wollen jedem Mut machen, das Geburtshaus als echte bessere Alternative zum Krankenhaus zu betrachten und sich auch von einer weiten Anfahrt nicht abschrecken zu lassen. Wer das Wunder von Schwangerschaft und Geburt tatsächlich vollständig erleben will und sich nicht krank sondern nur schwanger fühlt, sollte den Schritt ins Geburtshaus machen.

Vielen Dank an die Hebammen im Geburtshaus für die tolle Betreuung und Unterstützung. Toll, dass es solche Menschen wie euch dort gibt. Und danke dafür, dass ihr uns dieses schöne Geburtserlebnis ermöglicht habt.

Abschließend noch ein paar Worte eines Papas. Das Team des Geburtshauses hat uns um einen Erfahrungsbericht über unsere Zeit im Idsteiner Geburtshaus gebeten. Dieser solle möglichst dazu verwendet werden können werdenden Eltern Mut zu machen den Schritt in ein Geburtshaus zu vollziehen. Viele Abende habe ich überlegt was wir in einem solchen Erfahrungsbericht schreiben sollen oder können. Über die warmherzige Atmosphäre, die liebevollen Hebammen, die tolle Betreuung lange vor der Geburt, die unproblematische Anreise, die schöne Geburt und vieles mehr....

Viel wichtiger erscheint mir Folgendes. Nach der Entbindung unseres zweiten Kindes im Idsteiner Geburtshaus haben wir uns natürlich auch wieder intensiver mit der Geburt unseres ersten Kindes im Krankenhaus und der damaligen Betreuung durch einen Frauenarzt auseinandergesetzt. Jedes "schwangere Paar" hat wahrscheinlich ganz eigene Wünsche, Vorstellungen und Prioritäten an "seine" Schwangerschaft und die abschließende Geburt. Für uns stand immer im Vordergrund beide Schwangerschaften so natürlich wie möglich vorüber gehen zu lassen. Bei der ersten Schwangerschaft wurden uns viele Steine in den Weg gelegt. Nur ein kleines Beispiel: Zitat Frauenarzt: "Wie? Heute kein Ultraschall!!! Lassen Sie mich doch wenigstens mal kurz gucken!!" Wir wollten damals nicht mehr und nicht weniger, als der Natur seinen Lauf zu lassen. Beide Schwangerschaften lassen sich als Bilderbuchschwangerschaften beschreiben. Außer viel Übelkeit und zunehmendem Bauchumfang nichts Besonderes. Auf jeden Fall weder Anzeichen für einen Krankheitsstatus bei der Mutter, noch irgendwelcher Auffälligkeiten bei den Babies. Dennoch mussten wir uns bei der ersten Schwangerschaft fortlaufend gegen zusätzliche Untersuchungen, Messungen und sonstige Maßnahmen zur Wehr setzen. Eine natürliche Schwangerschaft haben zu wollen wurde mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche schwieriger. Ständig mussten wir uns rechtfertigen, auch gegenüber Freunden und Verwandten, warum wir etwas NICHT möchten. Bei unserer Anmeldung im Krankenhaus versprach man uns dann auch: "Nein, wir machen nichts mit ihrem Baby oder mit ihnen das wir vorher nicht absprechen. Wir fragen Sie vorher.... Wir beziehen sie in alles ein..." Es war am Ende nicht so. Wir möchten den Hebammen und Ärzten keine Vorwürfe machen. Sie haben so gehandelt wie sie es für richtig empfunden haben, und wie es vielleicht auch viele Elternpaare als richtig hinnehmen würden. Für uns persönlich war es nicht richtig. Es war sehr verletzend und von bleibender schmerzhafter Erinnerung. Dieser Schmerz über die damalige Fehlentscheidung für das Krankenhaus und den fehlenden Mut in ein Geburtshaus zu gehen sitzt inzwischen viel tiefer als das Glück und die Freude über die zweite Geburt in Idstein.

Dennoch kann ich den Umständen der ersten Schwangerschaft und der Geburt im Krankenhaus heute etwas Positives abgewinnen. Ohne diese Erfahrung wüsste ich nicht unser Glück mit dem Idsteiner Geburtshaus so hoch einzuschätzen. Die Hebammen dort und unsere Haushebamme haben uns das ermöglicht, was uns nach der ersten Geburt in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr möglich erschien. Eine Schwangerschaft und eine abschließende Geburt so wie sie die Natur gewollt hat. Unser Baby durfte in aller Ruhe und Geduld wachsen. Ohne durch häufige Ultraschallwellen belästigt zu werden, von Fremdkörpern wie Nadeln Besuch zu bekommen, oder andere Unannehmlichkeiten über sich ergehen zu lassen. Alles durfte seinen Lauf nehmen. Was bei der Krankenhausgeburt der Wehentropf übernehmen sollte, erledigte in Idstein der Gang durch die Altstadt zum Italiener und die Pizza ToGo. Niemand hat uns dort suggeriert wir würden etwas falsch machen, obwohl wir eigentlich doch nur das Beste wollten. Wir haben in Idstein einen kerngesunden, kräftigen Jungen zur Welt gebracht. Einfach nur natürlich geboren. Ohne medizinische Hilfsmittel, fast ohne technische Geräte, ohne Ärzte. Im Einklang mit der Natur, mit gesundem Menschenverstand, mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Erfahrung von großartigen Hebammen. So, wie es dort schon ganz viele andere Paare vor uns getan haben, und hoffentlich auch noch viele tun werden. Uns Eltern hat dieses Ereignis sehr viel Positives gegeben, von dem wir auch in vielen anderen Situationen unseres täglichen Lebens noch lange zehren werden.

Wir möchten alle werdenden Eltern dazu ermutigen diesen Gang auch zu gehen. Wer das Wunder von Schwangerschaft und Geburt wirklich vollständig erleben möchte, und sich nicht krank sondern nur schwanger fühlt, der sollte dies unseren Erfahrungen nach auf jeden Fall in einem Geburtshaus versuchen. Leider scheint in unserer heutigen Gesellschaft vor allem auch eine Portion "Mut zum Anderssein" dazu zu gehören diesen Schritt zu tun, ganz sicher wird dies jedoch am Ende umso höher belohnt...Wir haben uns eine persönliche Atmosphäre mit individueller Betreuung und ohne klinischen Beigeschmack gewünscht. Welche Schwangere hat noch nicht gesagt: "Ich bin nur schwanger...nicht krank!!!" Wir wollten in unseren Wünschen ernst genommen werden. Es sollte nicht etwas geschehen was wir nicht wollen und was im Vorfeld anders abgesprochen war. Diese Erfahrung mussten wir leider bei unserer ersten Entbindung im Krankenhaus machen. Ich frage mich bis heute, ob die damalige Geburt nicht auch ohne mechanische Eingriffe möglich gewesen wäre. Bzw. nach dem Erlebnis der zweiten Geburt bin ich mir inzwischen sehr sicher. In den richtigen Händen ist vieles möglich, wenn die Natur eine faire Chance bekommt...

Die Schwangerschaftsbegleitung im Geburtshaus ist individueller und persönlicher, sowie (meines Empfindens nach) von fundierterem und ganzheitlicherem Wissen begleitet, als ich es beim Arzt erlebt habe. Ich habe mich zu jeder Zeit sicher und bestens aufgehoben gefühlt. Nach dem zweiten Termin im Geburtshaus habe ich auf die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt verzichtet. D.h. ab der 21. Woche habe ich mich ganz in die Hebammenhände begeben. Im Wechsel meine Hebamme zu Hause vor Ort, dann wieder im Geburtshaus. Ich kann die Begleitung durch Hebammen in der Schwangerschaft nur empfehlen. Das Wissen, das persönliche Engagement und das Einfühlungsvermögen von Hebammen ist in vielen Fällen einfach ein anderes. Oder einfach gesagt: Was Hebammen können, können nur Hebammen.

Wie haben wir die Geburt erlebt? Dieses Geburtserlebnis hat mich ein Wenig mit dem Erlebnis der ersten Geburt im Krankenhaus versöhnt. Es hat mir gezeigt wovon ich schon vorher überzeugt war: es ist möglich ohne mechanische und medizinische Eingriffe eine Geburt zu erleben. Erst das macht dieses Wunder dann auch wirklich vollkommen. Wir sind mit dem Krankenwagen ins Geburtshaus gefahren, denn wir wohnen ca. 50 Fahrminuten (bei viel Verkehr auch durchaus 90 Minuten oder mehr) entfernt. Die Wehen hatten eingesetzt (alle 15 Minuten) und ich hatte einen Blasensprung. Das Köpfchen des Kindes war noch nicht ganz gesenkt. Trotz ihrer Sorge über eine Spontangeburt im Krankenwagen haben uns die Sanitäter mit viel Ruhe aber ausreichender Geschwindigkeit sicher nach Idstein gebracht. Nachdem wir dort ankamen wurde ich untersucht und bekam das Okay wieder aufzustehen. Nach einigen Akupunkturnadeln und Globuli gingen wir in die Altstadt um uns eine Pizza zu besorgen. Während des Gehens musste ich mich immer mal festhalten wegen der Wehen. Danach sind wir wieder ins Geburtshaus um unsere Pizza in der Küche zu essen. Dann sind wir wieder in den Wassergeburtsraum, mittlerweile habe ich die Wehen recht heftig empfunden. Vom Gefühl her wäre ich auch gerne in die Badewanne, ich dachte aber es würde wahrscheinlich noch zu lange dauern, sonst hätte mir die Hebamme das sicher auch schon vorgeschlagen. Ich habe mich während der Wehen etwas haltlos gefühlt und bis zum Schluss eine geeignete Position gesucht. Mein Partner kam mir mehr wie ein Zuschauer und sehr weit weg vor. Er saß am Rand auf einem Stuhl, denn am Bett war nicht genügend Platz, da ich ständig meine Position verändert habe. Mir ist aber keine Lösung eingefallen, bzw. konnte ich so schlecht sprechen, weil ich mich auf die Wehen konzentriert habe. Dann ging auch plötzlich alles ganz schnell. Ins Wasser haben mein Mann und die Hebamme mich noch gerade geschafft. Das Wasser lief noch ein, ich musste recht tief auf die Knie gehen, dann kam auch schon der Kopf unseres Kindes. Im Nachhinein hätte ich meinen Wunsch in die Badewanne zu wollen, früher äußern sollen, dann wären die letzten 30 Minuten sicher noch etwas angenehmer gewesen. Die zweite Hebamme traf dann zur Plazentageburt ein, was mir aber trotzdem auch noch eine große Hilfe war. Ich fühlte mich dazu nicht mehr in der Lage, alle zusammen haben wir es aber geschafft. Dann haben wir die ersten Stunden mit unserem Kind im Geburtshaus verbracht und es genossen noch ein paar wertvolle Tipps und Ratschläge mitzubekommen. Um dann überglücklich in unser eigenes Bett zu fallen und uns zu erholen. Von unserem Eintreffen im Geburtshaus bis zur Entbindung waren es nicht ganz vier Stunden. Nach der Geburt waren wir noch gute drei Stunden in entspannter Atmosphäre im Geburtshaus.

Ich habe mich zu Hause unter der liebevollen Pflege meines Mannes viel schneller erholt als damals im Krankenhaus. Und ich konnte mein Wochenbett richtig genießen. Trotz meiner Schmerzen an der Dammnaht noch von meiner ersten Geburt. Bei der zweiten Geburt hatte ich ein paar Risse, die völlig problemlos verheilt sind und mir wenig Schmerzen bereitet haben. Hingegen mir der Dammschnitt, das Zunähen und die Folgeschwierigkeiten der ersten Geburt bis heute, vier Jahre später, Probleme bereiten. Die Narbe hat sich unter der zweiten Geburt nochmal verzogen und spannt dadurch wieder mehr.

War die Geburt so wie wir sie uns gewünscht und vorgestellt haben? Im Großen und Ganzen schon, ich hätte mich nur früher mit meinem Wunsch bemerkbar machen sollen in die Badewanne zu wollen, und meinen Partner mehr mit einbeziehen sollen. Was war gut? Was nicht so gut? Gut war: Die entspannte persönliche Atmosphäre. Das man in seinen Wünschen und Bedürfnissen wirklich ernst genommen wird. Tolle Tipps und Ratschläge bekommt (auch schon während der Schwangerschaft) und dann nach Hause fährt um sich dort zu erholen (unter anfangs täglicher, fachkundiger Betreuung einer tollen Hebamme, die mir mit ihrem ganzen Wissen ebenfalls eine enorme Stütze war und so zu einem schönen Wochenbett beigetragen hat. Und uns auch in unserer Entscheidung bestärkt hat das Geburtshaus zu wählen).

Wir wollen jedem Mut machen, das Geburtshaus als echte bessere Alternative zum Krankenhaus zu betrachten und sich auch von einer weiten Anfahrt nicht abschrecken zu lassen. Wer das Wunder von Schwangerschaft und Geburt tatsächlich vollständig erleben will und sich nicht krank sondern nur schwanger fühlt, sollte den Schritt ins Geburtshaus machen.

Vielen Dank an die Hebammen im Geburtshaus für die tolle Betreuung und Unterstützung. Toll, dass es solche Menschen wie euch dort gibt. Und danke dafür, dass ihr uns dieses schöne Geburtserlebnis ermöglicht habt.

Abschließend noch ein paar Worte eines Papas. Das Team des Geburtshauses hat uns um einen Erfahrungsbericht über unsere Zeit im Idsteiner Geburtshaus gebeten. Dieser solle möglichst dazu verwendet werden können werdenden Eltern Mut zu machen den Schritt in ein Geburtshaus zu vollziehen. Viele Abende habe ich überlegt was wir in einem solchen Erfahrungsbericht schreiben sollen oder können. Über die warmherzige Atmosphäre, die liebevollen Hebammen, die tolle Betreuung lange vor der Geburt, die unproblematische Anreise, die schöne Geburt und vieles mehr....

Viel wichtiger erscheint mir Folgendes. Nach der Entbindung unseres zweiten Kindes im Idsteiner Geburtshaus haben wir uns natürlich auch wieder intensiver mit der Geburt unseres ersten Kindes im Krankenhaus und der damaligen Betreuung durch einen Frauenarzt auseinandergesetzt. Jedes "schwangere Paar" hat wahrscheinlich ganz eigene Wünsche, Vorstellungen und Prioritäten an "seine" Schwangerschaft und die abschließende Geburt. Für uns stand immer im Vordergrund beide Schwangerschaften so natürlich wie möglich vorüber gehen zu lassen. Bei der ersten Schwangerschaft wurden uns viele Steine in den Weg gelegt. Nur ein kleines Beispiel: Zitat Frauenarzt: "Wie? Heute kein Ultraschall!!! Lassen Sie mich doch wenigstens mal kurz gucken!!" Wir wollten damals nicht mehr und nicht weniger, als der Natur seinen Lauf zu lassen. Beide Schwangerschaften lassen sich als Bilderbuchschwangerschaften beschreiben. Außer viel Übelkeit und zunehmendem Bauchumfang nichts Besonderes. Auf jeden Fall weder Anzeichen für einen Krankheitsstatus bei der Mutter, noch irgendwelcher Auffälligkeiten bei den Babies. Dennoch mussten wir uns bei der ersten Schwangerschaft fortlaufend gegen zusätzliche Untersuchungen, Messungen und sonstige Maßnahmen zur Wehr setzen. Eine natürliche Schwangerschaft haben zu wollen wurde mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche schwieriger. Ständig mussten wir uns rechtfertigen, auch gegenüber Freunden und Verwandten, warum wir etwas NICHT möchten. Bei unserer Anmeldung im Krankenhaus versprach man uns dann auch: "Nein, wir machen nichts mit ihrem Baby oder mit ihnen das wir vorher nicht absprechen. Wir fragen Sie vorher.... Wir beziehen sie in alles ein..." Es war am Ende nicht so. Wir möchten den Hebammen und Ärzten keine Vorwürfe machen. Sie haben so gehandelt wie sie es für richtig empfunden haben, und wie es vielleicht auch viele Elternpaare als richtig hinnehmen würden. Für uns persönlich war es nicht richtig. Es war sehr verletzend und von bleibender schmerzhafter Erinnerung. Dieser Schmerz über die damalige Fehlentscheidung für das Krankenhaus und den fehlenden Mut in ein Geburtshaus zu gehen sitzt inzwischen viel tiefer als das Glück und die Freude über die zweite Geburt in Idstein.

Dennoch kann ich den Umständen der ersten Schwangerschaft und der Geburt im Krankenhaus heute etwas Positives abgewinnen. Ohne diese Erfahrung wüsste ich nicht unser Glück mit dem Idsteiner Geburtshaus so hoch einzuschätzen. Die Hebammen dort und unsere Haushebamme haben uns das ermöglicht, was uns nach der ersten Geburt in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr möglich erschien. Eine Schwangerschaft und eine abschließende Geburt so wie sie die Natur gewollt hat. Unser Baby durfte in aller Ruhe und Geduld wachsen. Ohne durch häufige Ultraschallwellen belästigt zu werden, von Fremdkörpern wie Nadeln Besuch zu bekommen, oder andere Unannehmlichkeiten über sich ergehen zu lassen. Alles durfte seinen Lauf nehmen. Was bei der Krankenhausgeburt der Wehentropf übernehmen sollte, erledigte in Idstein der Gang durch die Altstadt zum Italiener und die Pizza ToGo. Niemand hat uns dort suggeriert wir würden etwas falsch machen, obwohl wir eigentlich doch nur das Beste wollten. Wir haben in Idstein einen kerngesunden, kräftigen Jungen zur Welt gebracht. Einfach nur natürlich geboren. Ohne medizinische Hilfsmittel, fast ohne technische Geräte, ohne Ärzte. Im Einklang mit der Natur, mit gesundem Menschenverstand, mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Erfahrung von großartigen Hebammen. So, wie es dort schon ganz viele andere Paare vor uns getan haben, und hoffentlich auch noch viele tun werden. Uns Eltern hat dieses Ereignis sehr viel Positives gegeben, von dem wir auch in vielen anderen Situationen unseres täglichen Lebens noch lange zehren werden.

Wir möchten alle werdenden Eltern dazu ermutigen diesen Gang auch zu gehen. Wer das Wunder von Schwangerschaft und Geburt wirklich vollständig erleben möchte, und sich nicht krank sondern nur schwanger fühlt, der sollte dies unseren Erfahrungen nach auf jeden Fall in einem Geburtshaus versuchen. Leider scheint in unserer heutigen Gesellschaft vor allem auch eine Portion "Mut zum Anderssein" dazu zu gehören diesen Schritt zu tun, ganz sicher wird dies jedoch am Ende umso höher belohnt...

 

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