Geburtsbericht - Familie Liedtke

 

Mit der freudigen Nachricht über das sich ankündigende Geschwisterchen für unsere acht und elfjährigen Töchter stand für uns fest dass wir Alles uns mögliche für eine harmonische Schwangerschaft und vor allem für eine natürliche Geburt tun wollten.

Die Geburten unserer zwei Töchter erlebten wir in unterschiedlichen Krankenhäusern. Die schulmedizinische Kompetenz war in beiden präsent. Menschlichkeit war ansatzweise, insbesondere bei Schwestern und Hebammen spürbar. Insgesamt war die Atmosphäre aber geprägt von Unruhe, Geräuschen und Unterbrechungen durch zeitweise Abwesenheit des betreuenden Krankenhausteams.

 

Eine zusammenhängende Begleitung der Geburt und insbesondere eine menschliche und persönliche Betreuung durch die Geburtsbegleiter war so leider nicht gegeben.

Bei beiden Geburten wurde eingegriffen, bei der ersten durch Kaiserschnitt und bei der zweiten durch Einsatz einer Saugglocke. Aus unserem heutigen Kenntnisstand hätte bei beiden Geburten der natürliche Geburtsvorgang nicht so früh abgebrochen werden müssen.

Viele aus unserer heutigen Sicht wesentliche Dinge, wie die Verwendung der Plazenta, das Auspulsieren der Nabelschnur und Anderes werden in der Vorbereitung von Geburten in Krankenhäusern gar nicht oder ablehnend behandelt.

So kam es für uns neben einer Hausgeburt nur die Geburt in einem Geburtshaus in Frage.

Die Wahl auf das Geburtshaus Idstein fiel dann nach Besichtigung des Hauses, Wahrnehmung der Atmosphäre und den Gesprächen mit dem Team des Geburtshauses.

Wir erhielten im ersten Gespräch und bei allen folgenden den Eindruck, dass sich das Geburtshaus Team der immensen Verantwortung für Mutter und Kind bei einer Geburtsbegleitung mit nur begrenzten medizintechnischen Möglichkeiten sehr bewusst ist und für alle möglichen Situationen gut durchdachte Pläne für rechtzeitige Reaktionen vorhanden sind.

Die Vorsorgeuntersuchungen, das Schwangerschaftsyoga, die Akupunktur und vorbereitende Gespräche erlebten wir immer kompetent aber vor allen in einer ruhigen Atmosphäre in der immer ausreichend Zeit und die persönliche Zuwendung zur Mutter gegeben waren.

So konnte in enger Abstimmung mit dem Team des Geburtshauses das Zusammentreffen im Geburtshaus für die Geburt ideal abgestimmt werden. In der harmonischen Atmosphäre die wir uns gewünscht hatten, geprägt durch die ruhige kompetente und voll und ganz auf Mutter und Kind ausgerichtete Präsens der beiden Hebammen begannen die Presswehen bereits nach gut 30 Minuten.

Wie bei unseren anderen beiden Kindern auch machte die Geburt jedoch leider auch nur sehr begrenzte Fortschritte und nach 2,5 Stunden Presswehen und dem Ausprobieren aller möglichen Geburtslagen standen wir kurz vor der Verlegung ins Krankenhaus.

Vielleicht gab diese ungewünschte Perspektive den Ausschlag dafür, dass dann doch noch eine natürliche Geburt unseres Sohnes möglich wurde. Leider war die Geburt begleitet durch eine unvorhersehbare Komplikation der Nabelschnur nach der Geburt, einem seltenen Vorkommnis.

In der Situation war schnelles Handeln gefordert.

Unsere beiden Hebammen haben die Situation hervorragend gemeistert. Die Nabelschnur wurde schnellsten abgeklemmt, Fruchtwasser wurde aus Nase und Mund abgesaugt, Wärmequellen vorbereitet und angewandt.

Situationsabhängig musste dann natürlich auch der Notarzt gerufen werden. Der konnte nach schnellem Eintreffen jedoch auch nur den stabilen Zustand des Kindes feststellen.

Nichts desto trotz mussten wir die von Geburtshaus Team und Ärzten empfohlene Einweisung unseres Sohnes zur Beobachtung in die HSK Klinik akzeptieren.

In der aufregenden Zeit zwischen Geburt und Überführung unseres Sohnes in die Klinik hatten wir genauso wie während der gesamten Zeit immer das Gefühl, dass das Geburtshaus Team die Situation voll unter Kontrolle hatte.

Die Zusammenarbeit zwischen Geburtshaus, Notarzt und Klinik nahmen wir als professionell und gut war.

Ein kleiner Trost war es für uns, das wir auch bei einer gleich verlaufenen Geburt im Krankenhaus die ersten Lebenstage von unserem Sohn getrennt gewesen wären.

Wir sind uns jedoch sehr sicher, dass wir die uns so wichtige natürliche Geburt unseres Sohnes im Krankenhaus nicht erlebt hätten sondern einen weiteren geburtsbegleitenden Eingriff, wahrscheinlich Kaiserschnitt, hätten akzeptieren müssen.

Wir sind dem Geburtshaus Team überaus dankbar, dass wir das unvergleichbare Erlebnis einer natürlichen Geburt in menschlicher und kompetenter Obhut erleben durften.

Wir würden uns immer wieder für das Geburtshaus als Alternative zu einer Geburt im Krankenhaus entscheiden.

Katja, Silvia und dem restlichen Team ganz, ganz lieben Dank.

Familie Liedtke, Schmitten.

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