Geburtsbericht - Familie Bleser

 

Nach zwei vorangegangenen wunderschönen Hausgeburten, befassten wir uns auch bei unserem dritten Kind sehr ausführlich mit der Entscheidung, wo es zur Welt kommen sollte. Immer wieder wurde vom Arzt darauf hingewiesen, wie groß und schwer das Kind diesmal sei und dass man eher von einer Hausgeburt abrate.

Wir beschäftigten uns also zum ersten Mal mit dem Thema Krankenhaus und waren insgesamt auf vier Vortragsabenden. Wir hatten schon mehr Zeit damit verbracht, als mit der Geburt unseres letzten Kindes aber statt den richtigen Ort zu finden, wurde ich immer nervöser je näher der Entbindungstermin rückte. Ich dachte vier Wochen vor Termin sowieso keine andere Möglichkeit mehr zu haben, hatte aber zum ersten Mal Angst vor der Geburt. Da bekam ich von einer Hebamme den Hinweis, mich nochmal im Geburtshaus beraten zu lassen. Direkt nach dem Erstgespräch war ich mir dann sicher: ich hatte den Geburtsort meines Kindes gefunden. Außerdem hatte ich noch eine riesen Portion Glück, dass sie mich so kurzfristig aufnahmen. Meine Bedenken wegen der Größe waren nach dem ersten Gespräch auch genommen. Er war immerhin mein drittes Kind, vielleicht käme er ja auch früher und es sprach ja auch nichts dagegen, es zumindest zu versuchen...

 

Den Gefallen früher zu kommen tat er mir nicht;-) Einen Tag nach Termin, hatte ich den ganzen Tag über so komische Vorwehen gehabt. Ich hatte keine starken Schmerzen, lief jedoch nervös durchs Haus und wenn ich mich hinlegen wollte, hielten mich die „Vorwehen" vom Schlafen ab. Ich hatte Angst die ganze Nacht nicht schlafen zu können so kurz vor der Geburt und empfand das Bedürfnis, dass es entweder richtige Wehen würden oder sie aufhörten. Als ich die Nummer von Cora wählte kam ich mir vor wie eine Erstgebärende. Sie beruhigte mich jedoch und bot mir an sich einfach mal im Geburtshaus zu treffen, mich zu untersuchen und mir gegebenenfalls etwas homöopathisches mit nachhause zu geben. Obwohl ich sicher war nochmal nachhause zu kommen, packte mein Mann vorsichtshalber die Tasche mit ins Auto.

Bei der Untersuchung um 18 Uhr stellte sich heraus, dass der Muttermund schon vier Zentimeter offen war. Cora überließ mir die Entscheidung was wir nun machen wollten und gab mir nur zu Bedenken, wie schnell meine letzte Geburt ging und dass ich unsere Anreise schon mal geschafft habe. Da ich es noch nicht als Geburt empfand hatte ich ein schlechtes Gewissen ihre Zeit „zu stehlen". Sie beharrte aber darauf, dass sie jetzt sowieso im Geburtshaus bleibe. Sie sagte ihre Reitstunde ab mit der Aussage: „ich möchte ja für Euch fit sein". Wir entschieden uns durch Idstein zu laufen und uns zwei Stunden später nochmal zu treffen. Ich hatte jedoch immer die Gewissheit wenn ich sie früher brauchen würde, wäre sie da und wartete im Geburtshaus auf mich.

Nach einem Stadtmarathon und einem Zwischenstop beim Italiener (für meinen Mann;-) kehrten wir um 20:30Uhr zurück ins Geburtshaus. Ich hatte immer noch nicht das Gefühl einer richtigen Geburt und dachte nach der nächsten Untersuchung doch nachhause zu fahren. Diesmal waren es jedoch 6 Zentimeter und Cora meinte, dass sie mir mal einen Tee koche, damit ich noch dazu käme ihn zu trinken. Sie schätzte die Situation genau richtig ein.

Als kurz darauf um 21 Uhr die Fruchtblase sprang wusste ich dann: ok, dass ist jetzt doch die Geburt. Dann kamen die Wehen jedoch so stark und Schlag auf Schlag, dass ich dankbar war geblieben zu sein. Nachdem mir vorher die Pausen zu lang und die Wehen zu schwach waren, wurde ich plötzlich davon überrollt. Cora hatte schon rechtzeitig das Wasser in die Wanne gelassen und ich wollte auch direkt mit diesen heftigen Wehen ins Wasser. Hier konnte ich mich dann sehr viel besser entspannen. Im Vierfüsslerstand konnte ich meine Lieblingsposition einnehmen, hatte am Kopf zum Festhalten, Kuscheln und für die Getränkeversorgung;-) meinen Mann und wurde von Cora in den unmittelbar folgenden Presswehen ganz sanft angeleitet, wohin ich „arbeiten" musste. Sie hatte es schon zuvor geschafft, dass ich das Gefühl hatte alles alleine zu machen, nicht bevormundet zu werden und trotzdem unter der Geburt eine Anleitung zu haben, die ich als sehr positiv empfunden habe.

Bevor ich in die Wanne gestiegen war, hatte sie schon die zweite Hebamme Katja angerufen. Auch zu einem Zeitpunkt als ich noch dachte: viel zu früh. Sie kam dazu, als der Kopf geboren wurde. Um 21:55Uhr hatten wir es dann schon geschafft. Mattis wurde ins Wasser geboren und ich durfte ihn mir (weil ich es wollte) selbst aus dem Wasser „fischen". Er hatte tatsächlich 4040 Gramm und 53 Zentimeter, war jedoch meine bisher einfachste Geburt mit der besten Begleitung! Neben meinem Mann;-) Wir blieben noch eine Weile im Wasser und ich legte ihn zum ersten Mal an. Als die Nabelschnur auspulsiert war und Mattis genug Zeit zum „Ankommen" gehabt hatte, halfen sie mir aus der Wanne und wir drei kuschelten uns noch auf das Bett für unsere erste Kennenlernzeit. Sie ließen uns alleine und kamen dann später zurück fürs Wiegen, Messen, Nähen etc. Es war so gemütlich wie zuhause bei gedämmtem Licht im eigenen Bettzeug mit meinen Männern zu kuscheln. Nach drei Stunden, als alle Untersuchungen positiv waren, stießen wir noch mit Sekt an und wurden dann ans Auto gebracht. Es war eine schnelle Geburt unter viel Zeit von herzlicher und kompetenter Begleitung. Um 1:30Uhr waren wir wieder zuhause, schoben uns noch eine Pizza in den Ofen und gingen dann in unser eigenes Bett kuscheln.

Vielen Dank an Cora und Katja für dieses wunderschöne Geburtserlebnis!!!

 

 

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