Geburtsbericht - Familie Köhler

 

Samstag, 16.8.2014
4.36 Uhr ich werde wach, gehe ins Badezimmer und rufe „Schatzl, jetzt weiß ich was ein Blasensprung ist". Mein Mann Marc steht kurz darauf vollkommen verschlafen im Bad, schaut die Pfütze an und sagt „Du suchst Dir aber keine schöne Uhrzeit aus!".

Da noch keine Wehen da sind schicke ich ihn schnell wieder ins Bett und lege mich mit 2 Badehandtüchern daneben. Nun schlafen wir noch einmal ganz ruhig bis 7 Uhr. 7.15 Uhr beschließe ich dann, dass es Zeit ist Aufzustehen und rufe die Hebamme Cora an, die Bereitschaft hat. Da es die zweite Geburt ist und die Wehen auch noch nicht so stark sind, verabreden wir uns für 8.30 Uhr im Geburtshaus. Nach einer ausgiebigen Dusche rufe ich meine Eltern an, die sich um unsere 4-jährige Tochter Lotte kümmern sollen. Mein Papa weckt meine Mama mit den Worten „ein Blasensprung?! Dann gibt's doch kein Zurück mehr und es geht nun endlich los". Nach 4 Tagen über Termin und einigen Tagen mit unregelmäßigen Vorwehen glaubt er wohl noch nicht so richtig daran. Um 7.30 Uhr wacht Lotte auf und ihr erster Satz als sie mich mit dem Badehandtuch zwischen den Beinen sieht „Mama, DU siehst ja aus wie ein Fillypferd". Welche nette Begrüßung. Da die Wehen immer noch mehr als erträglich sind, lache ich sogar noch mit. 8.30 Uhr im Geburtshaus. Muttermund 4cm und Gebärmutterhals komplett verstrichen. Cora sagt uns, dass wir bei dem Befund hierbleiben können oder zu Hause noch frühstücken. Da Lottes Geburt sich über zwei Tage erstreckte beschließen wir noch einmal nach Hause zu fahren und in aller Ruhe zu frühstücken. Das Männerfrühstück besteht aus Rührei, Speck und 3 Brötchen .Ich schneide mir einen Pfirsich auf, aber nach einem Stück werden die Wehen so heftig, dass ich nichts mehr essen kann. Cora meinte, dass wir anrufen sollen wenn die Wehen regelmäßig alle 5 Minuten für eine Minute da sind. Allerdings jetzt geht es schnell. Schlagartig um kurz vor 10 Uhr kommen die Wehen nicht mehr alle 10 Minuten für 30 Sekunden sondern direkt alle 2 Minuten für knapp eine Minute. Marc stellt den, extra für die Geburt gekauften, Whiskey und 2 Gläser (für sich und den Schwiegervater nach der Geburt) sicherheitshalber schon einmal auf den Küchentisch. Er testet auch direkt einmal ein Glas „zur Beruhigung". Schon bald habe ich alle möglichen Positionen durch und Marc sagt nur „das Gesicht kenne ich". 10.15 Uhr geht's wieder zum Geburtshaus. Marc fährt ganz vorsichtig (sonst nicht seine Art) und ich teste einmal was der Griff zum Festhalten so aushält. Im Geburtshaus komme ich dann erst einmal nur bis zum Flurgeländer. Die Wehen sind direkt so heftig geworden, dass eine Positionsveränderung während einer Wehe unmöglich erscheint. Der Gymnastikball bietet mir eine gute Übergangslösung während Cora das Wasser in die Badewanne einlässt. Bei Lottes Geburt bin ich damals nach einer Nacht mit Wehen und ohne Schlaf in die Badewanne und die Wehen waren sofort weg. Ein bisschen erhoffe ich mir das jetzt schon - als kurze Pause. Aber dieses Mal kommt alles anders. In der Badewanne fühlt sich alles noch heftiger an. Aber in den kurzen Verschnaufpausen zwischen den Wehen kann man hier super entspannen. 11.11 Uhr sagt Cora „5 cm die Hälfte ist geschafft". Papa Marc macht noch einen Witz und sagt „na dann haben wir ja noch 120 Wehen und zum Kaffee ist sie draußen." Ich sage „alles bis 15 Uhr ist in Ordnung". Wohlwissend, dass ich das eh nicht beeinflussen kann. Aber wünschen darf man es sich ja. Dann hab ich aber auch
schon keine Luft mehr, um noch mehr Späße zu machen. Ach und das Beste: Es ist der 16.August! An diesem Tag hatte meine Uroma Henni Geburtstag und von Anfang an was klar, dass unsere kleine Tochter den Zweitnamen Henni bekommen wird wenn sie an diesem Tag geboren wird. Marc wollte das eigentlich vermeiden und hat wohl auch immer gedacht, dass es eh unwahrscheinlich ist. Jetzt sagt allerdings auch Cora ihm, dass es wohl der 16. wird. Ich bin sehr glücklich und mein Mann fängt sich an mit dem Namen anzufreunden. Sehr viel Zeit bleibt ihm nicht mehr - wie sich gleich herausstellen wird. 11.41 Uhr wird Frida Henni im Wasser geboren. Es ist eine wunderschöne Geburt und ich habe sogar dazwischen Zeit zu Lachen. Alles läuft einfach so entspannt und nur schön ab. Hätte nach der ersten Geburt niemals geglaubt, dass ich das einmal sagen werde. Dank der ruhigen und „vertrauten" Atmosphäre kann ich die Geburt so bewusst erleben. Cora erklärt mir ganz genau was passiert und es fühlt sich alles in allem einfach nur gut an. Trotz der doch vorhandenen Schmerzen. Es ist überwältigend! Die 2.Hebamme Edda kommt kurz bevor Frida geboren wird auch noch dazu. Allerdings da alles so schnell geht - den Geburtstee konnte ich schon nicht mehr trinken - nehme ich sie nicht wirklich wahr. Direkt nachdem Frida geboren wird liegt sie in der Badewanne auf meinem Bauch. Dann allerdings rasen die Minuten und Stunden nur noch an uns vorbei. Frida wird überraschenderweise (auf keinem Ultraschall vorher gesehen) mit einem BauchwandDefekt (Omphalozele) zu Welt. Cora und Edda rufen direkt den Baby Notarzt. Alles was danach kam war leider erst einmal nicht mehr so schön, aber im Nachhinein sind wir froh, dass es in der Schwangerschaft nicht gesehen wurde. Es ist alles gut gegangen und die Geburt war sowohl für Frida als auch für uns Eltern einfach unglaublich schön und gut. In den folgenden Wochen bekommen wir noch einige Male zu hören, dass die sanfte Geburt im Geburtshaus wohl mit dazu beigetragen hat, dass sowohl bei mir als auch bei Frida nichts gerissen ist oder ähnliches. Ausserdem haben die Hebammen Cora und Edda einen super Job gemacht und u.a. den Nabel so lange gelassen, dass die Ärzte im Krankenhaus es ganz leicht hatten. Für alle war es ein Schock und wir sind sehr froh, dass im Geburtshaus so schnell und gut gehandelt wurde! Danke ihr seid einfach spitze und wir würden immer wieder zu Euch kommen!!!

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