Geburtsbericht - Famile Kummer / Pauler

 

Seit ich in Idstein das Geburtshaus kennengelernt habe, hatte ich immer den Wunsch mein Kind dort zu bekommen. Als die Schwangerschaft fest stand, haben wir sofort an einem Infoabend teilgenommen und uns angemeldet. Wie sich gezeigt hat, war es gut, dass wir so früh gehandelt haben, denn die wenigen Plätze sind heiß begehrt. Meine Schwangerschaft war kurz gesagt ein Traum – ich hatte keinerlei Übelkeit, konnte bis zur letzten Woche Sport treiben, blieb von lästigen Wassereinlagerungen und (weitestgehend) von Rückenschmerzen verschont.

Allerdings hatte das auch zur Folge, dass ich das Geburtshaus nur selten besucht habe, was im Nachhinein ein wenig schade ist.Dadurch, dass sich die Termine bei Frauenärztin und Geburtshaus abgewechselt haben, war ich maximal alle zwei Monate dort. Ich fühlte mich zwar zu jeder Zeit gut versorgt, hatte bei jeder Hebamme, die Geburten begleiten, aber „nur“ zwei Termine. Und es ergab sich noch, dass ich Anna schon aus der Schulzeit kenne und mit Susanne meine zwei großen Gespräche hatte, da lernt man sich doch besser kennen. Trotzdem hätten häufigere Treffen mir (menschlich) noch mehr Sicherheit gegeben. Wenn die Situation wieder auftritt, würde ich vielleicht öfter das Eltern-Kind-Café besuchen oder doch den einen oder anderen Termin zur Akkupunktur wahrnehmen, auch wenn nur leichte Beschwerden auftreten.
Der Geburtsvorbereitungskurs, den ich ebenfalls im Geburtshaus besucht habe, hatte eine schöne Atmosphäre. Geleitet von Barbara wurden viele hilfreiche Tipps zur Geburt und Versorgung des Neugeborenen vermittelt, gerade wenn es das erste Kind ist.
Dann war es soweit; eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin setzten die ersten Wehen ein. Eine aufregende Situation, besonders wenn man sie noch nie vorher erlebt hat. Um mir Rat zu holen, rief ich die diensthabende Hebamme an. Sie konnte mir bestätigen, was ich bereits im Vorbereitungskurs gelernt hatte – und wir begannen die Länge, Dauer und Abstände der Wehen zu messen. Sobald ich einschlief hörten die Wehen wieder auf und begannen erst am nächsten Abend wieder. Das wiederholte sich sieben Tage lang. Bei Termin +1 wurde es dann ernst, wir riefen an und trafen uns mit Nicole im Geburtshaus. Nach einer kurzen Untersuchung war klar, dass es noch dauern würde und sie stellte es uns frei, ob wir nochmal nach Hause wollen oder im Geburtshaus bleiben. Wir entschieden uns zu bleiben und schafften es sogar noch einige Zeit zu schlafen. Um uns die Wartezeit zu vertreiben und die Wehen weiter anzuregen gingen wir spazieren, ich bekam Unmengen an Tee, den ich trinken sollte und Nicole unterstützte die Arbeit meines Körpers mit Homöopathie und Akkupunktur. Als die erste Hürde von 5 cm geschafft war, durfte ich in die Geburtswanne – darauf hatte ich mich schon gefreut und es war mein Wunsch gewesen, mein Baby in der Wanne zu bekommen. Nicole erklärte uns noch, dass die Wehenaktivität im warmen Wasser normalerweise wieder etwas nachlässt, was bei den durchgehend guten Herztönen meines Babys aber kein Problem darstellen würde. Bei uns war das allerdings nicht der Fall – die Wehen wurden kontinuierlich stärker und häufiger. Mein Freund setzte sich zu mir in die Wanne, um mich zu unterstützen. Über eine Dauer von 90 Minuten, die mir wie fünf Minuten vorkamen, steigerten sich die Wehen immer weiter, bis schließlich die Fruchtblase platzte. Und dann ging alles ganz schnell und meine kleine Tochter kam zur Welt. Mein Freund konnte sie im Wasser direkt auffangen und wir drei das erste Mal miteinander kuscheln.
Wir bekamen sehr viel Zeit um zu kuscheln und uns kennen zu lernen, das war wirklich super schön. Uns beiden ging es super gut, ich war auch gleich wieder auf den Beinen. Die Hebammen halfen uns noch beim der ersten Mahlzeit der Kleinen und machten ihre Routineuntersuchungen. Schon nach zwei Stunden konnte unsere kleine Familie nach Hause fahren.
Die Nachsorge übernahm Christiane. Das ist in der ersten Zeit sehr spannend. Die neue Situation, was man alles lernen und erfahren kann und worauf man besonders achten muss. Wir fühlten uns jederzeit gut aufgehoben und auch jetzt noch können wir sie immer um Rat bitten.
Unsere Tochter ist jetzt sechs Monate alt und ein absoluter Sonnenschein. Für uns war die ganze Erfahrung, angefangen mit der Schwangerschaft über die Geburt bis heute wunderschön und wir wünschen das jedem in seinem Leben. Selbst, wenn man mit mehr Beschwerden zu kämpfen hat, ist das Geburtshaus der beste Ort um sich mit natürlichen Mitteln helfen zu lassen, bzw. sich selber zu helfen. Ich glaube kaum, dass es für eine Geburt einen entspannteren (und trotzdem für Notfälle so gut ausgestatteten) Ort gibt, an dem man diese Menge an Unterstützung erfahren kann.
Auf diesem Weg wollen wir auch nochmal Danke dem ganzen Team sagen – für uns war es wundervoll und wir hoffen, dass auch unser nächstes Kind bei euch auf die Welt kommen darf.

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