Geburtsbericht - Famile Collmer

 

Mein erstes Kind Leon kam im Krankenhaus ohne Schwierigkeiten mit nur vier Stunden zur Welt. Als Idsteinerin wünschte ich mir daher nicht so weit fahren zu müssen beim zweiten Kind. Da auch meine zweite Schwangerschaft komplikationsfrei verlief, schlug meine Hebamme uns das Geburtshaus vor. Mein Mann und ich waren von dem Gedanken direkt angetan. Ich kannte das Geburtshaus schon von der Rückbildungsgymnastik von meinem Sohn und fand schon damals die Atmosphäre dort sehr schön. Besonders im Gegensatz zum Krankhaus, indem doch oft Stress durch den Personalmangel bemerkbar ist.

Also sind wir direkt zum Infoabend und waren danach erst Recht überzeugt. Es hat sich richtig angefühlt, als uns alles erklärt wurde und die Räume gezeigt wurden. Trotz der Risiken, weswegen es auch viele Ausschlusskriterien für eine Geburt im Geburtshaus gibt. Die Hälfte der Vorsorgetermine habe ich dann im Geburtshaus wahrgenommen und so auch alle Hebammen in Ruhe kennen gelernt, die die Geburt begleiten könnten. Dies habe ich als sehr angenehm empfunden und hat es mir sehr erleichtert während der Geburt mein Befinden etc. in Worte zu fassen, wenn dies überhaupt noch nötig war, weil die Hebammen mich ja ebenfalls im Vorfeld schon kennen lernen konnten.

Ich hatte im Gegensatz zu meiner ersten Geburt sechs Wochen lang immer wieder Übungswehen, einen harten Bauch und hatte daher schon recht früh mit unserer Tochter gerechnet. Da sie sich jedoch sehr wohl im Bauch gefühlt hat, hat sie sich Zeit gelassen. Ab der 37. Woche habe ich das Angebot der geburtsvorbereitenden Akupunktur genutzt und empfand diese als entspannend.

Als es dann endlich soweit war, wurden die Wehen sehr pünktlich zum Entbindungstermin immer unangenehmer, aber es zog sich eine ganze Weile hin, bis sie auch schmerzhaft wurden. Um 20 Uhr abends haben mein Mann und ich dann nochmal einen Spaziergang gewagt, um zu gucken wie die Wehen sich entwickeln. Inzwischen bin ich auch während der Wehen stehen geblieben und die Abstände waren bei ca. 5 min., aber immer noch mehr unangenehm als schmerzhaft. Gegen 22 Uhr bin ich dann in die Badewanne um zu schauen ob die Wehen stärker werden oder nachlassen. Da sie dann etwas stärker wurden und die Abstände auf 3 min. runter gingen, haben wir danach das Geburtshaus angerufen und uns dort um 22:45 Uhr verabredet. (Diese Ruhe hätte ich nicht gehabt, wenn ich noch min. 30 Minuten ins Krankenhaus hätte fahren müssen)

Um 22 Uhr hatte ich noch Sorge, dass die Wehen wieder aufhören, da sie weiterhin nicht so intensiv waren, wie ich es bei meinem Sohn in Erinnerung hatte.

Im Geburtshaus angekommen wurden wir in einer wunderschönen Atmosphäre begrüßt. Das Licht war gedimmt, ein paar Kerzen waren an, Tee stand für uns bereit und wir konnten uns entspannte Musik anmachen. Wir durften in Ruhe ankommen und die Hebamme (Nicole Herzer) zeigte meinem Mann, wie er mir während der Wehen helfen konnte. Er massierte mir während der Wehen das Kreuzbein was super geholfen hat und auch für ihn eine gute Aufgabe während der Wehen war.

Um 23:30 Uhr war ich mir auch sicher, dass das Kind bald kommt, da die Wehen inzwischen schmerzhaft waren und mir wurde bestätigt, dass der Muttermund bei vier cm war.
In der ganzen Zeit war die Hebamme immer in der Nähe, aber nicht dauerhaft im Raum, sodass mein Mann und ich auch für uns sein konnten, bis wir deutlich machten, dass wir nun jemanden brauchen. Dies war gegen 23:30 Uhr.

Die Wehen wurden ab dann immer intensiver und gegen 0 Uhr fragte mich Nicole, ob sie die Wanne einlassen soll, damit ich mich besser entspannen kann. Bis zu dem Zeitpunkt war ich mir unsicher, ob ich eine Wassergeburt möchte, aber in diesem Moment fand ich die Idee sehr gut und finde es auch im Nachhinein sehr schön, dass ich dies spontan entscheiden durfte.

Die Wanne tat mir sehr gut und bei den letzten Wehen wurde ich super angeleitet zu atmen und zu pressen. Um 00:43 Uhr platze dann die Fruchtblase und zwei Wehen später, um 00:47 Uhr wurde mir unsere Tochter in den Arm gegeben. Die zweite Hebamme hat es dann nicht mehr geschafft dabei zu sein, aber mit meiner Erlaubnis durfte eine Hebammenschülerin dabei sein und dies war für diese rasche Geburt auch völlig ausreichend.

Es war ein wunderschönes Geburtserlebnis, ohne Stress von außen und einer so schönen Atmosphäre.

Nach der Geburt durfte der frische Papa dann auch erstmal mit unserer Tochter kuscheln. Uns wurde erstmal Zeit zum Kuscheln und Kennenlernen gelassen, bevor die U1 gemacht wurde. Auch dafür haben wir nochmal einen Tee angeboten bekommen.

Und um 3:30 Uhr sind wir überglücklich nach Hause gefahren.

Ich persönlich kann nur jedem mit einer komplikationsfreien Schwangerschaft eine Geburt im Geburtshaus empfehlen! Es war für mich ein sehr positives Erlebnis!

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok