Geburtsbericht - Famile Preuß

 

Die Geburt unseres ersten Sohnes hat im Krankenhaus stattgefunden, die Entbindung war recht schnell (vom Blasensprung, direkt einsetzende Wehen bis ich ihn in den Arm nehmen durfte, gerade mal 5,5 Stunden). Allerdings war der Ablauf sehr laut und gewaltvoll. Als ich wieder schwanger wurde, durfte ich durch die „Emotionale Hilfe Wiesbaden“ diese Entbindung aufarbeiten und angstfrei der zweiten Geburt entgegensehen. Sogar auf die Theorie von HypnoBithing konnte ich mich einlassen und eine tägliche Meditationsübung habe ich in meinen Alltag integriert.


So ging es nun sechs Tage nach dem errechneten Geburtstermin nachts um zwei Uhr los, die Wehen kamen in regelmäßigen Abständen von circa 7 Minuten. Gegen 2:30 Uhr entschied ich mich meinen Mann zu wecken (wegen der Sorge um meinen Kreislauf) um ein Bad zu nehmen. Ich wollte sehen, ob die Wehen bleiben. Einige Tage zuvor hatte ich bereits einen ganzen Tag lang leichte Wehen. Diese vergingen dann aber nach einem abendlichen Bad. Diesmal blieben Sie. Der Abstand verkürzte sich auf unter fünf Minuten und somit rief mein Mann die Bereitschaftsnummer des Geburtshauses an. Anna Hirsch war am Telefon. Da wir keine Familie in der Gegend haben, hatten wir vorab ein ausgeklügeltes System aus Nachbarn und Freunden erdacht, die uns unseren größeren Sohn während der Entbindung betreuen könnten. Es klappte wunderbar und die Babysitterin traf ein. Nun konnten wir uns beruhigt auf den Weg ins Geburtshaus machen. Die Stimmung war ruhig, das Licht gedämpft und auf der Fahrt lief uns noch ein früher Fuchs über den Weg. Gegen 4 Uhr trafen wir im Geburtshaus ein. Es empfing uns das warme Licht der Salzlampe im Fenster. Anna öffnete die Tür, der Geburtsraum war bereits vorbereitet und in gedämpftes Licht getaucht. All dies beließ mich in meiner meditativen Stimmung, in welchen ich weiterhin die Wehen gut veratmen konnte. Nach einer kurzen Untersuchung (Muttermund war ca. 3 cm geöffnet) durften wir noch eine kleine Runde spazieren gehen. Wir gingen einmal die Straße runter zum Brunnen und langsam wieder zum Geburtshaus zurück. Unterbrochen wurde unser Spaziergang durch immer kürzere Wehenabstände, die sich schlechter veratmen ließen und eine starke Übelkeit mit Erbrechen kam dazu. Zurück im Haus durfte ich mich auf das Bett legen. Die Wehen zogen mit geringem Abstand in meine Leiste bis zu den Knien, sodass ich es nicht wagte in die Wanne zu gehen, da ein Knien, Hocken oder Sitzen kaum möglich war. Um 6:15 Uhr begannen überraschenderweise bereits die Austreibungswehen. Anna rief eine weitere Hebamme an. Unser Sohn hatte es allerdings eiliger. Um 6:45 Uhr durften wir Jonathan in die Arme schließen. Nicole Herzer kam eine Weile später dazu. Diese Geburt war ohne Ablenkungen und Einwirkungen von außen. Anna war einfach nur da. Half mir beim Atmen, wenn ich es nicht mehr schaffte. Kümmerte sich still im Hintergrund um mein Wohlbefinden. Reichte mir Tee wenn ich bereit war diesen zu trinken. Redete mir in den wichtigsten Momenten gut zu und gab mir mit wenigen und lesen Worten Anweisungen um eine Geburtsverletzung zu verhindern. Es war wunderschön mich auf diesen inneren _Vorgang in meinem Körper einlassen zu können und aktiv und selbstständig dabei tätig zu sein meinen Sohn zu gebären. Sowohl mein Sohn als auch ich konnten uns entspannt und ohne Geburtsverletzungen nun eine ganze lange Weile kennenlernen. Er suchte die Brust und nach den ersten Herausforderungen der richtigen Anlegeposition klappte auch das Stillen fast sofort. Die Nabelschnur durfte komplett auspulsieren und mein Mann durchtrennte diese im Anschluss. Auch wenn mich die geringen Wehenabstände und der strahlungsschmerz oft und ausgelassen fluchen ließen (entschuldige bitte liebe Anna) bin ich wirklich froh und dankbar eine so respektvolle und positive Entbindung erleben zu dürfen. Mein Mann und Anna waren mir durchgehend eine unterstützende und bestärkende Begleitung und ich wünschte jede frau hätte die Chance so selbstbestimmt entbinden zu dürfen. Um 10 Uhr waren wir wieder zu Hause und unsere Zeit als kleine Großfamilie konnte beginnen.

 

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