Geburtsbericht - Famile Duvoisin

 

Aus Sicht der Mama:
Freitag Nacht, 01:00 Uhr: Ich wachte auf und spürte ein leichtes Ziehen im Bauch. Trotz, dass es unser erstes Baby war, das sich da auf den Weg machte, war mir sofort klar, dass dies das war, worauf ich seit Tagen wartete: Wehen. Die Nacht war dann geprägt von wenig Schlaf, leichten Wehen im Abstand von 10 Minuten, Tee und Wärmflasche. Den Tag über veränderte sich nicht viel. Ich entspannte auf der Couch, konnte noch telefonieren und Abends waren die Wehen bei 4 Minuten. Es waren rund 18 Stunden vergangen und ich rief das erste Mal Susanne über die Bereitschaftsnummer an, um sie vorzuwarnen, dass wir uns möglicherweise heute Nacht noch sehen. Aber nichts geschah. Der Abstand der Wehen vergrößerte sich wieder und die Nacht war genauso schlaflos, mit Tee und Wärmflasche.


Samstag früh, 10:00 Uhr: Wir waren mit Susanne im Geburtshaus verabredet. Es gab Tee und die Frage: Volle Kraft voraus oder lieber noch ein bisschen ruhen? Ein Test ergab, dass bereits Fruchtwasser ausgetreten war und die Fruchtblase irgendwo oben ein Loch haben musste, auch wenn ich davon nichts merkte. Also ging es nur noch vorwärts. Das CTG bescheinigte uns ein entspanntes Baby, aber keine auf dem Graphen sichtbare Wehen. Nach über 30 Stunden war das und ein 1 cm geöffneter Muttermund doch sehr frustrierend. Wir gingen wieder heim, am Nachmittag gab es Öl auf den Bauch, Badewanne und einen Spaziergang an der frischen Luft.
Samstag Nachmittag, 17:00 Uhr: Wir trafen uns wieder mit Susanne im Geburtshaus. Das Baby war weiterhin entspannt, aber so richtig vorwärts ging es nicht. Also gab es Susannes-Super-Cocktail. Wir entschieden uns nochmal heim zu gehen. Es gab ein leichtes Abendessen und Schlückchen für Schlückchen mehr des Cocktails. Er schmeckte okay, aber mir wurde trotzdem schlecht. Nachdem sich mein Körper von unnötigem Ballast befreit hatte, kamen stärkere Wehen, sie wurden länger und der Abstand auch kürzer. Ich fühlte mich zuhause noch gut aufgehoben, aber mein Mann entschied, dass es jetzt Zeit war ins Geburtshaus zu fahren. Eine sehr gute Entscheidung, die ich tatsächlich nicht mehr treffen konnte.
Samstag Abend, 20:30: Wir waren wieder im Geburtshaus. Es brannten Kerzen und gab Tee, die Atmosphäre war angenehm ruhig. Das CTG zeigte weiterhin ein entspanntes Baby und ordentliche Wehen. Dann die Enttäuschung: Der Muttermund war 2 cm geöffnet. Ich machte mir erste Sorgen, wie ich eine dritte schlaflose Nacht schaffen sollte und wurde erstmal in die Badewanne gesteckt. Das war sehr angenehm, warm und entspannend. Ich veratmete Wehe um Wehe und um ca. 23 Uhr machte es plopp und die Fruchtblase hatte nun auch den Weg in die richtige Richtung freigegeben. Um 23:30 einigten wir uns darauf, dass das wohl heute nichts mehr wird und unser Baby erst am Sonntag auf die Welt kommt. Aber nicht mit unserer Tochter, als hätte sie es gehört, ging plötzlich alles ganz schnell. Susanne rief Angelika an, die sich auf den Weg machte und gerade noch eintraf bevor unsere Tochter um 23:49 das Licht der Welt erblickte.

Erst ein paar Tage später wurde mir bewusst, wie toll eigentlich diese Geburt im Geburtshaus lief. Es war das perfekte Zusammenspiel aus Vorbereitung, der eigentlichen Geburt und Nachsorge. Ich war regelmäßig zur Vorsorge und Akupunktur im Geburtshaus, somit waren mir alle Hebammen bekannt und die Umgebung vertraut. Der Hypnobirthing Kurs mit Yvonne hat mir die nötige Gelassenheit und das Vertrauen in meinen Körper gegeben, dass ich das schaffe - auch nach zwei schlaflosen Nächten mit Wehen. Es waren weniger explizite Techniken, die ich mitgenommen habe, sondern dass sich meine Gesamteinstellung zur Geburt verändert hat und ich davon überzeugt war, dass ich mein Baby ohne medizinische Intervention auf die Welt bringen konnte. Bei der Geburt selbst konnte ich mich auf Susanne verlassen. Sie gab uns den Freiraum, den wir wollten, war immer zu Stelle, wenn wir sie brauchten und leitete mich mit Ruhe und Erfahrung an. Dass Angelika unsere zweite Hebamme bei der Geburt war, war perfekt. Als unsere Wochenbett-Hebamme besuchte sie uns direkt am Sonntag morgen, brachte mich, meinen Mann und das Baby in den nächsten Tagen wieder auf die Beine und half uns über die Hürden der ersten Tage.

Was mir vor der Geburt nicht klar war:
• Presswehen sind ein wundervolle Erfahrung und nichts wovor man sich fürchten muss. Dass eine solche Kraft durch den Körper gehen kann, war mir vorher nicht klar. Und ich weiß auch nicht, wo sie herkam. Es war einfach eine Kraft, die da war und auf die ich mich einließ.
• Der Moment nach der Geburt ist tatsächlich einzigartig. Man hat ein kleines nackiges Wesen auf dem Bauch, das einen harten Tag hinter sich hat und trotzdem noch die Kraft findet zur Brust zu robben und erstmal zu trinken. Ein wundervoller Moment.
• Wochenbett ist scheiße. Es überkommt einen die Müdigkeit, man ist sich unsicher und die Hormone sind nicht zu unterschätzen. Ohne Angelika wäre es sehr schwer gewesen.
• Pläne sind super, doch das Baby hat sicher andere: Die Theorie mit einem Neugeborenen, die wir mit Büchern und Kursen erlernt hatten, ist toll und klingt sehr perfekt, hat aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Es ist super, dass wir nach der Geburt eine Hebamme an der Seite hatte, die uns, z.B. Beim Thema Schlafen, geholfen hat, den für uns richtigen Weg zu finden.

Aus Sicht des Papas:
Freitag früh teilte mir meine Frau mit, dass es wohl im Laufe des Tages los gehen würde. Ich habe noch recht gestresst gearbeitet aber nichts passierte. Am Abend waren wir dann ein wenig nervös und meldeten uns bei der Bereitschaftsnummer. Susanne hatte Dienst und wir tauschten uns kurz aus. Das schöne war, dass man sich nach dem Telefonat gleich „sicherer“ gefühlt hat.

Dies ist auch das wirklich sehr schöne bei der Betreuung des Geburtshaus. Bereits während der Schwangerschaft wurden wir persönlich durch allen Hebammen betreut, welche bei der Geburt hätten Dienst haben können. Somit bestand schon ein Vertrauensverhältnis und das führte zum sicheren Gefühl nach dem ersten Telefonat.

Somit gingen wir Freitag nach dem Telefonat doch wieder ins Bett und meldetet uns nach einer unruhigen Nacht am nächsten Morgen bei Susanne, um die nächsten Schritte zu besprechen und trafen uns im Geburtshaus. Da dort festgestellt wurde, dass die Fruchtblase geplatzt war, gab es nur noch den Weg voraus. Susanne gab uns Öl mit und wir verbrachten den Tag noch bei uns zuhause. Was das Erlebnis der Geburt weiter sehr schön fortführte, da alles immer in vertrauter und stressfreier Umgebung erfolgte. Am späten Nachmittag trafen wir Susanne erneut im Geburtshaus und besprachen uns und erhielten ein kleinen „Zaubertrank“, um die Geburt zu beschleunigen. Am frühen Abend war es dann soweit, die Wehen wurden stärker und die Abstände dazwischen kürzer. Erneut meldeten wir uns bei Susanne, dass wir nun kommen und wohl nur noch zu dritt aus dem Geburtshaus zurück nach Hause gehen würden.

Im Geburtshaus wurden wir bereits erwartet. Susanne hatte den Raum mit gedämmten Licht und Kerzen gemütlich vorbereitet und uns mit einem frisch aufgebrühten Tee erwartet. Insgesamt war die Atmosphäre sehr vertraut und beruhigend, dass die Geburt langsam aber stetig weiter voranschritt. Susanne ließ uns in der Zeit genug Raum für uns, war aber immer da wenn wir sie benötigten. Kurz vor Mitternacht war es soweit. Angelika kam noch dazu und „platsch“ wurde unsere Tochter in der Badewanne geboren.

Man ist überwältigt in dem Moment und da ist es wirklich unglaublich schön von so tollen Hebammen betreut zu werden. Nach ein paar Untersuchungen zogen sie sich zurück und wir konnten ein paar ruhige Momente zu dritt verbringen. Auch als sie wieder kamen verbrachten wir einen schönen Augenblick zu fünft und stießen auf die Geburt mit einem Gläschen Sekt an.

Nachdem noch der „Papierkram“ erledigt war, fuhren wir direkt zu dritt nach Hause in unsere vertrauten Vier-Wände.

 

Aus Sicht des Babys:
Wir sind jetzt Eltern. Als erstes mussten wir lernen, dass wir für dieses kleine, wundervolle Wesen nun verantwortlich sind. Als Eltern sind wir uns sicher, dass unsere erste Entscheidung und die Geburt unser Tochter im Geburtshaus der entspannteste Start war, den sie bekommen konnte. Entspannte Mama, entspannter Papa, entspanntes Kind! Nun sind drei Wochen seit der Geburt vergangen und sie hat sich noch nicht beschwert :P

 

 

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