Geburtsbericht - Familie Lorch

 

„Im Geburtshaus kann entbinden wer mag – ich nicht!" Das war mein erster Gedanke, als ich mir Gedanken über den Ort der Entbindung gemacht hatte.

Die vermeintlich sichere Geburt im Krankenhaus, weil Ärzte vor Ort sind, erzeugte ein beruhigendes Gefühl. Allerdings schreckte mich der Gedanke an die Wochenbettstation etwas ab. Naja dann vielleicht eine ambulante Geburt im Krankenhaus?

Das erste Gespräch mit meiner Nachsorgehebamme machte mich dann doch neugierig auf das Geburtshaus. Den Geburtsvorbereitungskurs hatte ich ohnehin dort gerade begonnen, da konnte der Infoabend nicht schaden. Zwei AnamneseGespräche und drei Infoabende in den Wiesbadener Krankenhäusern später war ich mir sicher: Ich gehe ins Geburtshaus! Die Sicherheit, dass ich die Hebamme, die zur Entbindung kommt kenne und dass sie Fachfrau auf ihrem Gebiet ist und kein Risiko eingehen wird, überwogen das durchaus nicht ganz verdrängte Sicherheitsbedürfnis nach „ärztlichem Beistand".

Aber ab dem Moment der Unterschrift auf dem Vertrag mit dem Geburtshaus ging es mir hervorragend. Der Entschluss stand fest ... wenn da nur nicht die vielen gut gemeinten Hinweise von Freunden und Bekannten wären. Jeder kannte einen guten Grund, warum das Krankenhaus besser sei – auch wenn die meisten die Arbeit der Hebammen im Geburtshaus gar nicht kannten.

Der Entbindungstermin rückte immer näher, die Liste der Rufbereitschaft war griffbereit in meiner Handtasche – ein sehr beruhigendes Gefühl. Und es kam natürlich so, wie ich es mir nicht vorgestellt hatte – Blasensprung – oder doch nicht?! Immerhin waren keine Wehen da. Mitten in der Nacht schnell die Servicerufnummer angerufen und schon stand die Geburtshaushebamme bei mir im Schlafzimmer und sorgte für Gewissheit: Es geht los – wir sollten dann lieber alle zusammen ins Geburtshaus fahren.

Wenige Stunden, aber viele beruhigende Worte später hatte ich meinen kleinen Sohn im Arm. Die Geburt überrumpelte mich emotional – aber die beiden Geburtshaushebammen schafften es gemeinsam mit meinem Mann mir ein großes Geschenk zu machen: Ruhe und Entspannung.

Drei Stunden nach der Entbindung war ich mit meiner kleinen Familie zu Hause – in der Gewissheit, wenn doch irgendeine Frage oder ein Problem auftritt, eine der Geburtshaushebammen würde mir helfen...

Rückblickend betrachtet war die Entscheidung für das Geburtshaus die richtige für mich. Ich kann nicht sagen, wie die Geburt im Krankenhaus gelaufen wäre und ob das Geburtshaus im Vergleich besser oder schlechter abschneiden würde – das ist mir aber auch nicht wichtig: Die Atmosphäre war unbeschreiblich für mich. Ich würde wieder ins Geburtshaus gehen.

 

Eltern über das Geburtshaus

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