Geburtsbericht - Familie Löffler

 

Nachdem bereits unser erster Sohn 2013 im Geburtshaus Düsseldorf auf die Welt gekommen ist und wir dort eine natürliche und selbstbestimmte Geburt erleben durften, stand für meinen Mann und mich bei der zweiten Schwangerschaft von Anfang an fest, dass auch unser zweites Kind in einem Geburtshaus geboren werden sollte.Aufgrund unseres Umzugs von Düsseldorf nach Taunusstein haben wir dann im vierten Schwangerschaftsmonat mit dem Geburtshaus Idstein Kontakt aufgenommen. Auf dem Infoabend haben wir das Konzept des Geburtshauses kennengelernt und auch die zwei Geburtsräume besichtigen können. Da sich das Geburtshaus in einem normalen Wohnhaus befindet und die Räume sehr liebevoll eingerichtet sind, fühlt man sich fast wie zu Hause. Ein Gefühl, dass sich bei mir während der Vorsorgeuntersuchungen dort immer mehr verstärkt hat. Im Rahmen der Untersuchungen lernten wir dann auch alle Hebammen persönlich kennen.Einige Familienangehörige und Freunde konnten und können nicht verstehen, dass wir lieber auf ärztliche Unterstützung und eine dadurch angeblich gegebene Sicherheit während der Geburt verzichten wollten:
Für mich ist es dagegen unverständlich, dass man die anonyme Atmosphäre eines Krankenhauses einer individuellen und persönlichen Betreuung, die das Geburtshaus bietet, vorzieht. Auch sind mir eine Geburt aus eigener Kraft und der Stolz darüber wichtiger, als oftmals sinnlose medizinische Eingriffe und Panikmache.
Die Reise unseres Sohnes Béla begann, knapp zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, mit einem Blasensprung gegen 19:00 Uhr. Das kannte ich schon von der ersten Geburt und so wusste ich, dass ich noch etwas Zeit hatte, bis die Wehen einsetzten. Nach einem Anruf bei Yvonne, die an diesem Abend Rufbereitschaft hatte, habe ich noch den ältesten Sohn ins Bett gebracht und dann haben mein Mann und ich noch schnell einen Last Minute Gipsabdruck von meinem Bauch gemacht. Noch hatte ich keine starken Wehen und ehrlich gesagt hatte ich auch keine großen Ambitionen, Stärkere zu bekommen. So habe ich mich noch versucht mit Duschen und Nägel lackieren abzulenken. Dann ging es unweigerlich gegen 22:00 Uhr doch mit stärkeren Wehen los. Ich hatte vergessen, wie sich diese anfühlen und das war auch gut so. Gegen 23:00 Uhr und mit wehen, die im Abstand von ca. drei Minuten kamen, haben wir uns dann auf den Weg ins Geburtshaus gemacht. Es war eine sehr stürmische und kalte Nacht. Als wir ankamen, hatte Yvonne schon alles vorbereitet: Es brannten Kerzen, die Duftlampe war an und der Tee war fertig, sodass ich trotz der Schmerzen froh war, angekommen zu sein. Jede Frau empfindet Wehen wohl anders und hat wohl auch ein anderes Schmerzempfinden, sodass es schwierig ist, in Worte zu fassen, wie sich Wehen anfühlen. Sie sind schmerzhaft, aber auch kraftvoll und bringen neues Leben auf die Welt.
Yvonne konnte mir die Schmerzen nicht abnehmen, sie hat mich aber durch ihre ruhige Art sehr motiviert und mir auch mit dem Atmen geholfen. Anscheinend hat mein Sohn auch gespürt, dass ich keine „Lust“ auf stundenlange Wehen hatte. Es ging dann sehr schnell. Ich habe es nicht mehr, wie geplant, in die Badewanne geschafft und auch Cora, die zweite Hebamme, schaffte es auch nicht mehr rechtzeitig. Nach sechs oder sieben Presswehen war es um 1:12 Uhr geschafft und ich bekam dieses kleine Wunder dann auf die Brust gelegt. Nachdem mein Mann, Béla und ich uns erst einmal in Ruhe kennenlernen konnten, wurde Béla abgenabelt und untersucht. Dann wurde ich versorgt. Ich musste genäht werden, aber das war nicht schmerzhaft. Als das geschafft war, haben wir alle noch mit einem Glas Sekt auf die Geburt angestoßen. Yvonne und Cora haben uns dann noch mit vielen Infobroschüren versorgt und hatten auch noch ein kleines Geschenk für uns. Wir fanden es auch sehr schön, dass wir als Erinnerung noch ein Blatt mit den Fußabdrücken und Bélas Daten bekommen haben.
Gegen 5:00 Uhr waren wir dann wieder zu Hause und konnten sogar noch etwas schlafen, bevor unser Großer wach wurde und seinen kleinen Bruder staunend begrüßt hat.
Wir möchten uns ganz herzlich beim gesamten Team des Geburtshauses bedanken für eine kompetente und fürsorgliche Betreuung, vor, während und nach der Geburt. Wir sind sehr dankbar, dass wir zum zweiten Mal eine natürliche Geburt aus eigener Kraft erleben durften und mit der Geburt unserer Söhne nur positive Erfahrungen verbinden dürfen!
Wolfgang, Mateo: Béla und Claudia